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17.209.483 Artikelanzeigen seit dem 12.08.2005

Überzeugendes Bild Musa basjoo - @Thomas, Bernhard, Uwe

Nachricht von Robert Z7b

Hallo Leute!
Habe Eure Diskussion unten bezüglich der Basjoo verfolgt. Ich kann dem eigentlich nicht voll zustimmen, dass es unbedingt an den Temperaturen liegt, dass die Basjoo bei Thomas so viel weiter hinten ist.
Eine ganz entscheidende Frage, die sich stellt ist, wie lange ist die M.basjoo von Bernhard und wie lange die von Thomas bereits ausgepflanzt? Nur wenn beide ca. gleich lange ausgepflanzt sind, ist ein Vergleich sinnvoll.
Und einige Beispiele, warum ich nicht glaube, dass M.basjoo besonders wärmebedürftig ist?

1) Ich habe in Holland (ähnliches Klima wie HH), einige sehr große M.basjoo gesehen und das obwohl es dort wirklich nicht warm ist.
2) Bei mir wachsen Musa basjoo und Musa sikkimensis besonders in den letzten etwas kühleren Tagen sehr stark. Die scheinen bei dem kühleren Wetter jetzt (20 - 25°C, aktuell gerade +24°C) richtig aufzublühen, kommt mir vor.
Anfang August bei 32°C und davor bei der extremen Hitze war das Wachstum nicht so stark.
Gut kann sein, dass wenn es in HH noch kälter ist, dass das dann schon in Gegenteil umschlägt, aber 20 - 25°C wird es sicherlich auch im Norden oft diesen Sommer gegeben haben.

Weiters: Ich habe mal hier im Forum gelesen, dass M.basjoo im reinen Sand am besten wachsen sollen, vorausgesetzt, dass man sie reichlich gießt. Grund: Der Boden erwärmt sich sehr rasch und ist sehr locker und leicht. Da ich ja das Palomengeschäft habe und die Kunden immer auf dem aktuellen Stand halten will, habe ich das gleich mal ausprobiert. Ergebnis bei mir hier: Desaster. So viel konnte ich gar nicht gießen und düngen. Die Banane im Sand ist mittlerweile um gut einen Meter kleiner als die, die in die Erde gepflanzt wurde. Die im Sand hat kaum an Größe zugelegt. Die andere war im Frühjahr noch recht klein und ist jetzt ca. 2m groß (heuer frisch gepflanzt). Die ebenfalls heuer frisch gepflanzte Musa sikkimensis wächst sogar noch stärker als die daneben sitzende Musa basjoo.
Wenn die beiden mal eingewurzelt sind, dann werden sie sicherlich auch Wachstumsraten wie die von Bernhard schaffen. Dabei sei noch gesagt, dass die Musa basjoo und sikkimensis, die gut gewachsen sind, am Nachmittag Schatten haben. D.h., dass die Bodenwärme nicht so entscheidend ist, denn im Sand (volle Sonne) ist es viel, viel, viel wärmer, als dort an dem schattigeren, erdigen Standort.
3) Ich habe vor vielen Jahren dem BoGa Schönbrunn eine ganz kleine Musa basjoo von PPP mitgebracht. Die ist innerhalb von einem Jahr dermaßen explodiert im Wachstum, dass man es kaum glauben konnte und nach zwei Jahren, war das ein Riesenklumpen mit unzähligen Bananenablegern und 3,5 m Höhe.
4) Übrigens, bei meinen Eltern sitzt seit Jahren eine Musa basjoo, die nur sehr schwach wächst. Deren Garten hat großteils eine sehr nährstoffarme Erde. Die Banane wird zwar immer brav gegossen, aber fast nie gedüngt. Blätter macht sie zwar, aber der Stammzuwachs ist für M.basjoo fast lächerlich. Der Garten meiner Eltern hat dabei aber ein besseres Mikroklima als meiner.

Conclusio:
Ich schließe aus all diesen Ergebnissen, dass NICHT die Bodentemperatur und die Lufttemperaturen die entscheidenden Faktoren sind, sondern die Güte des Standortes. Lockere, extrem nährstoffreiche Erde und genügend Feuchtigkeit sind das Geheimnis - denke ich.

Begründung für meine Behauptung: Die extrem unterschiedlichen Wachstumsraten IM SELBEN KLIMABEREICH.

Besonders die damals 30 cm große Banane, die ich den Gärtnern nach Schönbrunn gebracht habe (Schönbrunn hat ein etwas kälteres Klima als wir
hier), hat mir gezeigt, was möglich ist.

Von 30 cm einzelpflänzchen zu diesem Monster hier in 2 Jahren:

Sicherlich sind höhere Durchschnittstemperaturen für das Wachstum förderlicher und natürlich werden sie in warmen Regionen bei gleicher Pflege schneller wachsen, ABER DER entscheidende Punkt ist meiner Meinung nach die Erde und das Mikroklima des Standortes (Windschutz).
Das man M.basjoo immer gut gießen und düngen muss versteht sich glaube ich eh von selbst.

Also gute Nachrichten für die Nordlichter und für Dich Thomas. Du solltest also eher was an der Erde tun. Versuch es mal mit reinem Humus z.B., ev. durchmischt mit Elementen, die das Wasser besser halten.

Liebe Grüße,
Robert


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