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17.193.615 Artikelanzeigen seit dem 12.08.2005

Re: Unvorstellbar...

Nachricht von Norbert Rheinstetten

Hallo Frank,

die Wintergrenzen sind kaum noch jemanden geläufig, den Laien wie leider auch den Gärtnern, den Landschaftsgärtnern ganz besonders. Wer schlau ist verinnerlicht zumindest etwas die Erfahrungen der "Alten". Ich habe es so gehalten und bin meist gut damit gefahren. Bei den Neuheiten und Unbekannten ist das was anderes, da muss man ins kalte Wasser springen und Riskieren. Aber dieser Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen scheint kaum noch stattzufinden.

Sicher merkt man bereits den Klimawandel, und das besonders an einem Teil der grenzwertigen Pflanzen. Vieles funktioniert inzwischen recht gut, je nach Lage und Gebiet, was in meiner Jugend undenkbar gewesen wäre. Viburnum tinus oder Nandina domestica waren noch im Kübelpflanzensortiment und das zu Recht! Aber der Klimawandel schreitet recht langsam voran, da gehts um 1 °C für einen vergleichsweise langen Zeitraum. Von was hier viele immer schreiben wäre eine Veränderung um ganze USDA-Zonen und das ist eine ganz andere Dimension.

Wir hatten die letzten Jahrzehnte einfach auch nur viel Glück. Die Kälte ist noch existent und wer das Wettergeschehen in den Nachrichten über viele Jahre verfolgt, sieht wo sie hinhaut. Letzten oder vorletzten Winter war Griechenland dran, und irgendwann mit Sicherheit auch einmal wieder wir. Dann wirds schlimm aussehen in den Gärten und selbst die meisten Gärtner die Welt nicht mehr verstehen.

Das gängige Standardsortiment an Pflanzen ist heute weitgehend ein anderes als zu meiner Jugend. Wenn ich durch die Neubaugebiete schaue sehe ich überwiegend Pflanzen welche es damals noch gar nicht gab. Photinia (kannte vor 30 Jahren noch kein Baumschuler) hat Kirschlorbeer als häufigste Heckenpflanze und Immergrüne längst abgelöst. Keiner fragt da nach Winterhärte. Gut, hier am Rhein sah Photinia 'Red Robin' meist gut aus nach dem Februar vor 3 Jahren. Aber in der Nordpfalz, meiner alten Heimat, sah ich anschließend überwiegend gefriergetrocknete schwarze Mumien. Und das ist dort immerhin noch Weinbaugebiet und keine Kaltzone!

Man darf sich nicht durch Unmasse dieser Pflanzen in den Gartencentern täuschen lassen und glauben sie wären plötzlich winterhärter geworden. Sind sie natürlich nicht, nur die Winter waren milder. Aber in jeder Serie kommenen mit Sicherheit wieder Ausreißer. Glücklich, wer dann wenigstens einen größeren Anteil an wirklich für die Region harte Pflanzen im Garten hat

Viele Grüße Norbert


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