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17.215.226 Artikelanzeigen seit dem 12.08.2005

Bodenfrostprobleme bei verschiedenen Pflanzen – 18 Bilder von heute mittag #AM

Nachricht von Jürgen Z6b b. Stuttgart

Hallo Exotenfreunde,

habe heute mal einige Bilder zum Vergleich verschiedener Pflanzen gemacht.
Bodenfrosttiefe dürfte zur Zeit ca. 40 cm betragen (wie Stuttgart Flughafen s. Grafik unter http://www.realchemie.com/ext_content/wetter.com/gndt-m5-DE-history_10738.gif ), der Boden ist seit Mitte November dauergefroren, Tmin in 2m war -14°; bisher 15 Nächte mit zweistelligen Minusgraden in diesem Winter.
Für mich erstaunlich ist, dass die einheimischen Immergrünen und die Standardexoten (wie Salbei) eher mehr schwächeln als die meisten Exoten. Außerdem ist deutlich ersichtlich, dass das Miroklima ganz entscheidenden Einfluss hat – viel mehr als der Unterschied zwischen den Individuen einer Art.
Erläuterungen stehen bei den Bildüberschriften. Alle gezeigten Pflanzen haben keinen Schutz nur teilweise etwas Mulch.
Grüße
Jürgen

Zusammengefaltete Blattfiedern meiner größten Trachy bei -6°. Ausser einigen Frostrissen bisher keine Schäden.

Trachysämlinge an exponierten Plätzen (egal ob mit oder ohne Sonne) vertrocknen allmählich. Schäden zum Teil auch Folge von den Tmins am Boden von -15 bis -18°. Auch zwei erhöht gepflanzte Trachies (ohne Bild) sehen so aus.

Trachysämlinge an geschützteren Standorten (z.B. unter Bambus) sehen noch gut aus, ebenso der Oleandersämling, während die Pfefferminze an gleicher Stelle gefriergetrocknet wurde. Mein größerer Oleander (nicht abgebildet) mit Reisigschutz ist leider auch ziemlich vertrocknet.

Die kleine Nadelpalme sieht noch genauso aus wie im Herbst – wird nur dunkelgrün ab ca. -7°. Die Sempervivum am oberen Bildrand ist auch schon stark geschrumpft, aber denen macht das nichts aus.

Bei der Sabal minor wird ersichtlich, dass Wachstumsbeeinträchtigungen weniger Winterhärte bedingen: Durch das Umpflanzen und den kalten März05 gabs einen kaum sichtbaren Winterrand am hinteren Blatt, der im Sommer nur etwas hellgrüner war, jetzt aber allmählich vertrocknet und damit auch die daranhängenden Blattfiedern. Die übrige Pflanze sieht aus wie im Herbst. Die hellen Flecken sind Bereiche, wo die Verglasung gerade wieder verschwindet.

Beim Eucalyptus cf. dalrympleana treten immer mehr vertrocknete Blattbereiche an einigen jüngeren Blättern auf – dennoch erfreulich robust.

Salbei vertrocknet immer mehr, auch das Currykraut rechts im Bild.

Kein Exot: Gefriergetrocknetes Origanum.

Rosmarin scheint dagegen kaum Probleme zu haben.

Cistus x pulverulentus welkt etwas. Zistrosen halten jedoch erhebliche Dürre aus.

Pampasgras ist weitestgehend vertrocknet. Hoffentlich treibt es wieder aus.

Den Kakteen gefällt die trockenkalte Witterung. Sämtliche Arten sehen besser aus als in vergangenen Wintern.

Auch die anderen Sukkulenten stören sich nicht an der Trockenheit, ganz im Gegenteil.
Diese Yucca aloifolia hatte allerdings schon einmal Wurzelschäden als vor dem Auspflanzen vor vier Jahren bei mehreren Tagen mit -19° der Kübel durchgefroren ist. Hoffentlich gibt’s durch den tiefen Bodenfrost nicht noch böse Überraschungen im Frühjahr bei irgendwelchen Exoten.

Die Agave utahensis v. kaibabensis im ersten Winter hat allerdings Schäden durch die Temperaturminima erhalten (über dünner Schneeschicht -16 bis -18°, -14° in 2m).

Auch die eingeeiste Agave parryi verliert jeden Winter die meisten Blätter, hat aber schon -21° überlebt.

Einer der robustesten und dekorativsten Exoten in meinem Garten: Dasylirion wheeleri. Als Sämling gepflanzt, hat sie in vier Wintern nie den geringsten Schaden gezeigt.

Die meisten Bambusarten sehen noch nicht welk aus.

Diese abschließende Bild steht für die Hoffnung: Der Bambus Fargesia murielae sieht aus als wäre er am Ende, aber das ist jeden Winter so. Im Frühjahr entrollen sich die Bätter wieder und er sieht wieder bestens aus. Da er die -21° im letzten März am besten aller Bambusarten überstanden hat, wird das bestimmt auch dieses Frühjahr wieder so sein.


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